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Chiptuning Diesel – Was Du vor dem Einbau unbedingt wissen solltest

Einleitung – Warum Dein Diesel mehr „Wumms“ braucht

Das wohl größte Geschenk hat die Industrie dem Diesel mit dem Einbau des Turboladers gegönnt: Anfangs nur für Benzinmotoren gedacht, stellte man als bald fest, dass man die Drehmomentmonster damit plötzlich von „lahmen Gurken“ zu im Alltag durchaus spritzigen PS-Monstern verwandeln konnte.

Natürlich fragt man sich oft: „Geht da noch mehr?“ Die Antwort ist denkbar kurz: „Ja!“ Worauf Du achten solltest und welche Punkte du vor dem Einbau unbedingt beachten solltest, damit dein Tuning ein voller Erfolg ist, schauen wir uns jetzt an…

Die Vorteile, oder: Was Du erwarten kannst

auto wartungGenerell gilt: Je älter das Fahrzeug, desto mehr Spielraum besteht für ein Tuning. Oft wurden „früher“ die Fahrzeuge im Zweifel lieber „stabil“ anstatt optimiert gebaut, weswegen es viel verborgenes Potential (weniger Verbrauch, mehr Leistung, ruhiger Motorlauf etc.) gibt, welches durch ein Chiptuning gehoben werden kann. In solchen Fällen gibt es praktisch nur Vorteile, wenn man das Fahrzeug tunen lässt.

Die Nachteile, oder: Warum Tuning nicht gleich Tuning ist

Die KFZ-Hersteller schlafen nicht: Während bei älteren Fahrzeugen die Motoren viele „Leistungsreserven“ haben, brauchen sich Neufahrzeuge in Sachen Werksoptimierung kaum vor getunten Fahrzeugen zu verstecken. Wenn schon ab Werk die möglichen Reserven des Motors nutzbar gemacht wurden, bleibt logischerweise weniger für das Tuning übrig.

Eine Leistungssteigerung ist dann in einzelnen Fällen nur dadurch möglich, dass man die Nutzungsbreite einschränkt: So wird jeder KFZ-Hersteller in Deutschland seine Diesel so auslegen, dass diese bei -30 bis +40°C einwandfrei funktionieren. Das bedeutet natürlich Kompromisse und im Umkehrschluss für den Tuner, dass durch eine Verkleinerung der Nutzungsbreite auf z.B. -5 bis +30°C eine Leistungssteigerung möglich ist.

Dies kann Sinn machen (z.B. bei einem Cabrio mit Saisonkennzeichen, welches auf ausschließlich warme Temperaturen hin optimiert werden soll, oder wenn es einen Motor ab Werk in zwei Leistungsvarianten gibt und man die „stärkere“ Version als Software haben möchte), muss aber im Einzelfall abgewogen werden.

Kosten, Preise und Co. – was ein seriöses Tuning kostet

Oft werden (insbesondere im Internet und in Kleinanzeigen) unseren Erfahrungen nach Lockangebote abgesetzt, die bei rund 150-200EUR beginnen. Man würde eine „gigantische Leistungssteigerung ohne Haken“ bekommen.

Empfehlenswert, nur die Produkte mit einer Garantie zu kaufen und installierenSelbst wenn dies wahr wäre: Die Eintragungspapiere für die Zulassungsstelle (geschweige denn die KFZ-Steuer, siehe Abschnitt unten) fehlen völlig. Mit der dann nötigen Einzelabnahme und ggf. Bußgeldzahlung wird aus dem vermeintlichen Schnäppchen dann ganz schnell der 800EUR-Hammer. Dann lieber gleich rund 350-500EUR für ein seriöses Chiptuning mit Eintragungspapier ausgeben und vom Fachmann einbauen lassen.

Die Grenzen des vernünftig Machbaren, oder: welche Leistungssteigerungen sind möglich?

Realistisch sind 10-30% Leistungssteigerung. Mehr, und man riskiert eine deutlich verkürzte Motorlebensdauer bzw. erhöhte Wartungskosten. Ebenso wichtig: Oft kann man statt der Leistung auch andere Kennwerte optimieren, z.B. den Verbrauch. So kann auch ein „kleines“ Tuning mit nur 5% Leistungssteigerung plötzlich sehr viel Sinn machen, wenn dadurch der Durchschnittsverbrauch im Alltag um 15% sinkt.

Unendliche Möglichkeiten, oder: Welche Anbieter Du wählen solltest

Neben den Marktführern bhp-chiptuning, racechip und den auf einzelne Marken spezialisierten Nischenanbietern, gibt es meist lokal zahlreiche Werkstätten, die ein Chiptuning anbieten. Weitere Informationen zu Anbietern und Produkten findest du in unserem Chiptuning-Test.

Letztere haben den Vorteil, dass sie oft einen guten Draht zu den lokalen Zulassungsstellen haben und wissen, worauf man achten muss. In der Regel bestellen diese dann (als Zwischenhändler) bei bhp-chiptuning und Co. die nötigen Teile (oder die Software) und bauen diese, sofern man wünscht, gleich ein. Ebenso wichtig: Ein Ansprechpartner vor Ort, falls doch mal etwas schiefgeht – so spart man sich lange Wege und kann sich im persönlichen Gespräch kennen- und vertrauen lernen.

Selber machen oder in die Werkstatt – wann sich der Do it yourself-Ansatz lohnt

In Eigenleistung einbauen lohnt sich dann, wenn man – neben dem fachlichen Know-How – ein Chiptuning mit den entsprechenden Eintragungspapieren gekauft hat, sodass rechtlich alles einwandfrei geklärt ist.

Wer sich mit der Motortechnik seines Fahrzeuges nicht so gut auskennt oder ein Tuning ohne Eintragungspapiere einbauen möchte, sollte dies lieber von einer Fachwerkstatt vornehmen lassen. Diese kann sich dann ggf. um eine Einzelabnahme (in Zusammenarbeit mit dem TÜV) kümmern.

„Das kann man doch auch privat“, hört man dann oft. Prinzipiell stimmt das, aber man sollte den menschlichen Faktor nie unterschätzen; die Prüfstelle ist bei einer Werkstatt oft „offener“ und unvoreingenommener = Die Eintragung läuft reibungsloser ab.

Die Arten des Chiptunings, oder: Welche Produkte gibt es?

Neben dem Aufspielen einer neuen Software auf das Motorsteuerungsgerät, kann man eine Tuningbox einbauen. Diese wird vor das Steuergerät zwischengeschaltet und gaukelt diesem „falsche“ Werte vor, sodass das Fahrzeug diese entsprechend „korrigieren“ möchte. Dabei werden natürlich entsprechend jene Werte vorgegaukelt, die zu einem leistungssteigernden Ergebnis führen.

Tuningbox – Fluch oder Segen?

Technisch bedingt, wird hierbei nur die zu verbrennende Kraftstoffmenge verändert. Dies funktioniert gut, da moderne Dieselfahrzeuge sehr mager abgestimmt sind. Eine Anreicherung mit Kraftstoff ist somit eine einfache Möglichkeit, die Leistung zu steigern.

Allerdings ist eine Anpassung von Ladedruck oder anderen Motorparametern mit dieser Technik nicht möglich. Zusätzlich steigt der Kraftstoffverbrauch deutlich an.

In der Summe ist die Tuningbox ein Segen für jene, bei denen ein Chiptuning aus technischen Gründen kaum oder gar nicht möglich ist. Wer kann, greift lieber zum „klassischen“ Chip.

Achtung, Kfz Steuer: Worauf Du unbedingt achten solltest

Seit 2009 zugelassene Fahrzeuge (ältere haben Bestandsschutz) werden nach ihrem CO2-Ausstoß besteuert, was de facto eine Kraftstoffverbrauchsbesteuerung bedeutet.

Durch ein Chiptuning ändert sich naturgemäß der Verbrauch, weswegen die Steueränderung in die Papiere eingetragen werden muss. Normalerweise ist das ein kleiner Verwaltungsakt – doch die böse Überraschung kommt, wenn man auf Tuningprodukte OHNE entsprechende Eintragungspapiere zurückgreift. Deshalb: Immer Markenanbieter mit Freigabe kaufen und einbauen lassen – oder, leider teuer, eine Einzelabnahme beim TÜV vornehmen lassen. Ansonsten drohen Bußgelder.

Weitere Details zum Chiptuning im Allgemeinen kannst du in diesem Artikel lesen.

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